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13.09.2019

Wahl macht NPD-Politiker zum Ortsvorsteher – demokratische Machenschaften sollen das „korrigieren“

Im hessischen Altenstadt, Ortsteil Waldsiedlung, geschah das Normalste, das man sich in einer Demokratie vorstellen kann: Es wurde gewählt. Dabei ging es nicht um Ideologien oder Parteibücher, sondern einfach um die fachliche und menschliche Eignung der Kandidaten. Und da schnitt Stefan Jagsch, stellvertretender Vorsitzender der hessischen NPD, am besten ab.
Einstimmig machten ihn die Mitglieder des Ortsbeirates der Waldsiedlung zu ihrem Ortsvorsteher.

Was folgte, war weitaus schlimmer als alles, was Rußland an Defiziten vorgeworfen wird. Putin akzeptiert wenigstens unangenehme Wahlergebnisse. Nicht so CDU,SPD und FDP.
Der SPD-Generalsekretär verkündete, die Wahl sei unfaßbar und absolut nicht akzeptabel. Sie müsse sofort rückgängig gemacht werden. Der CDU-Generalsekretär gab sich „schockiert“ und forderte, daß diese Entscheidung „korrigiert“ werde.
„Unfaßbar und untragbar“ jammerte die FDP-Generalsekretärin.
Gar nicht vertreten vor Ort ist die AfD, Joana Cotar fühlte sich dennoch berufen sich über die Wahl Jagsch' zu beschweren: "Ihr macht tatsächlich einen NPDler zum Ortsversteher? Können wir nochmal kurz über das Thema Extremismus reden?"

Auch die Systempresse tat kund, was sie von Wahlen hält.
Eine ganze Seite widmete die Bild-Zeitung der „NPD-Schande von Altenstadt“.
Die FAZ schrieb: „Ein Sturm der Entrüstung fegte über die unbedachte Wahl eines NPD-Funktionärs zum Ortsvorsteher im hessischen Altenstadt hinweg.“
Wahlen ja, aber wenn sie unbedacht sind, müssen sie weg.
Zu bedauern sind die armen Mitglieder des Ortsbeirates, die sich für Stefan Jagsch entschieden hatten, in der naiven Vorstellung, sie lebten in einem freien Land.
Einer, so vermerkte die Bild-Zeitung verständnisvoll, will jetzt aus Reue zurücktreten.
Dagegen zeigte sich ein anderer Ortsbeirat, durch die FDP in seine Position gelangt, störrisch.
Er meinte: „ Warum soll ich das bereuen? Jagsch sei ein zuverlässiges Mitglied des Beirats. Das Stichwort NPD hat an diesem Tag überhaupt keine Rolle gespielt“.

Aber dann setzte sich die Einschüchterungsmaschinerie des Systems in Bewegung. Die Ortsbeiräte wurden massiv bearbeitet.
Die BRD-Stasi konnte schnell Vollzug melden: Sieben Mitglieder des Ortsbeirats hätten bereits einen Abwahlantrag gegen Stefan Jagsch unterschrieben, ein Achter hätte bereits „Bereitschaft signalisiert“.
Man wüßte gern, mit welchen Drohungen da gearbeitet wurde.
Sicherlich wird die Abwahl letztendlich gelingen. Dennoch lassen sich aus dem Vorgang wichtige Lehren ableiten.

1. Das System ist unsicher und hochnervös. Ein NPD-Ortsvorsteher in einer kleinen Gemeinde, und es steht Kopf.

2. Systempolitiker haben nicht das nötige Rückgrat, um ihre Entscheidungen gegenüber der Einschüchterungsmaschinerie des Systems aufrecht zu erhalten.

3. NPD-Inhalte werden weitgehend von der Bevölkerung geteilt und damit auch die NPD selbst, so daß selbst etablierte Kommunalpolitiker nichts dabei finden, einen NPD-Mann zu wählen.

Der ganze Vorgang wird außerdem bei vielen Bürgern den Eindruck verstärken, daß wir nur in Scheinfreiheit leben, die uns von arroganten Parteibonzen vorgegaukelt wird.

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