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03.03.2017

Vom Siechtum deutscher Kultur - eine bemerkenswerte Lesermeinung

Das 40. Jubiläum des Singewettstreits der deutschen bündischen Jugend und der Wandervogelbewegung wurde mit einem großen Treffen im ausverkauften Saal am  25.2.2017 auf dem UNI-Gelände im Audimax veranstaltet. Nachdem ich Anfang der achtziger Jahre den Singewettstreit schon einmal erlebt und in sehr guter Erinnerung hatte, all die schönen Aufführungen deutscher, z.T. alter, Volkslieder, auch Volkstänze, der Hauch der Freiheit und Gemeinschaftsgefühl spürbar durch den Saal wehte, betrat ich voller Vorfreude das Audimax. Gleich nach langatmigen Dankesreden und Grußworten wurde mit fester Stimme ein nur wenige Worte umfassendes Manifest verlesen. Inhalt sinngemäß: "Wir sind offen für die bunte Vielfalt dieser Welt. Aus diesem Grund haben wir rechte Gruppen und Stände gar nicht erst zugelassen bzw. konsequent wieder ausgeladen, von denen sich etliche beworben hatten, um unsere Einstellung deutlich zu machen."


Überwiegend Kinder und Jugendliche unterschiedlichster Gruppen traten auf. Kein einziger Volkstanz wurde gezeigt und geschätzte 70% der Lieder, selbst von den jüngsten Kindern, in englischer Sprache vorgetragen. Oft Gesänge, hinlänglich aus den Medien bekannt. Zu meinem großen Erstaunen durften etliche kommunistische Revolutions- und Arbeiterlieder, eins davon sogar in türkischer Sprache, nicht fehlen.
 
In der Pause passend dazu eine Musikgruppe, die ausschließlich kommunistische Arbeiter-, Widerstands- und, wenn ich mich nicht irre, Revolutionslieder in rockiger Variante spielte und sang. Der Saal tobte. Ein Schlag ins Gesicht von Menschen, die jahrzehntelang kommunistische Diktaturen ertragen mussten. Stellt sich mir die Frage, was diese offensichtliche politische Instrumentalisierung von selbst sechs- bis siebenjährigen Kindern mit Freiheit zu tun hat.

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