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30.07.2018

Der Schande erster Akt

Dieser Tage jährten sich die überwiegend durch die Royal Air Force gegen die Hansestadt Hamburg geflogenen Flächen-Bombardements mit der Bezeichnung "Operation Gomorrha" zum 75. Mal. Als zentraler Gedenktag war Sonntag, der 22. Juli, gewählt worden, und so nahm ich als Vertreter der NPD an den diesjährigen Veranstaltungen teil, in der Absicht, würdig und respektvoll der Ermordung von 34 000 meiner Landsleute zu gedenken. Wie sich herausstellte, war ich vermutlich der Einzige, der bei diesem das deutsche Volk verhöhnenden Spektakel mit seinen Gedanken wirklich bei ihnen war.

Der Tag begann mit einer für 13 Uhr anberaumten Kranzniederlegung auf dem Gelände des zentralen Mahnmals St. Nikolai an der Ost-West-Straße. Als ich dort eintraf, staunte ich nicht schlecht, denn St. Nikolai ist bei den Touristen sehr beliebt, und auch heute waren die Ruinen des Kirchenschiffs und das gesamte Areal geradezu überfüllt mit Asiaten und Südeuropäern, die laut rufend durcheinander liefen, als wäre dies ein Vergnügungspark. Sie waren natürlich nicht etwa dort, um dem Gedenken beizuwohnen, davon wußte offensichtlich niemand etwas (nicht einmal das Personal von St. Nikolai, welches ich vergeblich um eine Information bat), sondern ganz banal, um diesen Punkt auf ihrer Sightseeing-Laufliste abzuhaken und Fotos zu machen, und das ausgiebig.

Daß dennoch alles seine Richtigkeit hatte mit Ort und Zeit, zeigte sich daran, daß alsbald mehrere Kamerateams des Lokalfernsehens und eine Schar Fotografen auftauchten, die kurzerhand und wie selbstverständlich, mehr und mehr Platz für sich beanspruchten, und ihrem Gesellschaftsstand entsprechend, laut, raumgreifend und unendlich affektiert auftraten. Unversehens fand ich mich in einer wachsenden Gruppe von Medienleuten wieder, die allesamt so extrem verlogen grinsten, wie ich es noch nie zuvor gesehen habe, während sie sich gegenseitig ihre eigene Wichtigkeit bekundeten. Und wie sich später zeigte, hatten sie sogar in erschreckender Weise Recht mit ihrer Annahme.
Kurz vor 13 Uhr setzte nun das Glockenspiel von St. Nikolai ein, welches live gespielt wird und zunächst eine recht angenehme Atmosphäre verbreitete. Die wenigen wirklichen Teilnehmer, die sich zu dieser Gedenkveranstaltung mittlerweile eingefunden hatten, waren an den Fingern abzuzählen und standen verloren zwischen den Kamerastativen. Als dann jedoch der anberaumte Zeitpunkt näher rückte, steigerte sich der Organist zusehends in sein Spiel hinein und verursachte einen derartigen Lärm, daß ich glaubte, er sei wahnsinnig geworden. Die Sonne brannte auf uns nieder, die Medienmeute drängelte zunehmend, ich konnte mich vor Glockenklang nicht mal mehr Denken hören, die asiatischen Touristen hielten uns ihre Smart Phones entgegen, und dann geschah es. Nein, nicht der Heiland erschien uns in der Mittagshitze, sondern es fuhren mehrere Wagen vor, kräftige Männer, die arischer nicht aussehen konnten, sondierten das Gelände (und faßten ständig an ihre Funkohrstöpsel), und dann kam er. Ein kleiner unscheinbarer Mann im schwarzen Anzug bog um die Ecke, uncharismatisch, nichtssagend: Der erste Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg war eingetroffen. Ihm folgte auf dem Fuß ein Troß von Assistenten, die als einzige zu wissen schienen, was dort geplant war und sehr professionell die Sache in die Hand nahmen.

Ohne Verzögerung nahm die Abordnung Aufstellung, die Assistenten trugen die bereitgestellten Kränze, einmal umgeschaut, und los ging es. Ruck zuck waren die Kränze an Ort und Stelle, der Bürgermeister verharrte ein paar Sekunden, die Medienmeute lief auf Hochtouren und die Touristen drängelten sich ganz nach vorne. Schon war der Moment auch wieder vorbei, und die Würdenträger eilten zu den bereitgestellten Fernsehkameras, um dann dort entsprechend lange und ausgiebig ihre Zeit zu verbringen.

Um es hier nochmal deutlich zu machen: Für diesen Moment des Gedenkens an eines der größten Unglücke, das  unsere Stadt je getroffen hat, gab es weder eine Absperrung zum laufenden Tagesgeschäft, noch irgendwelche Anweisungen zum Ablauf (das Personal glänzte durch Abwesenheit), geschweige denn Ruhe oder gar Andacht während der wenigen Minuten. Die "Zeremonie" selbst nahm wohl fünf Minuten der Zeit des Oberbürgermeisters in Anspruch, denn umso mehr davon war den Medien gewidmet. Es trat mehr als deutlich in Erscheinung, daß diese würdelose Veranstaltung lediglich ein Termin gewesen ist, um Bilder für die Abendnachrichten zu produzieren. Und somit eine Vorbereitung und Rechtfertigung für das, was später am Tag noch folgen sollte.
Mit Gedenken in irgendeiner Form hatte dieses Spektakel nichts zu tun, das zeigt schon die Art der nicht vorhandenen Organisation. Den Verantwortlichen und ganz besonders den Hohen Würdenträgern möchte ich nur eines sagen: "Schämt euch!".


 

Autor: Aarne Bittner
NPD-KV Hamburg-Harburg
Vorsitzender
 

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