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14.08.2018

Fake-News sind „rechts“!

Das zumindest behauptete der Referent der Hamburger Bücherhallen, der den Workshop leitete, zu dem ich mich angemeldet hatte, gleich zu Beginn unumwunden.
Um "What the F*** News" sollte es sich an diesem Nachmittag zweieinhalb Stunden lang drehen, und so fand ich mich in einer Gruppe von 14 Personen wieder, die zu dieser geschlossenen Veranstaltung von der Zentralbibliotek eingeladen wurden. Man kann sich natürlich fragen, warum ausgerechnet ich als "Rechtsradikaler" zu einer Veranstaltung gehe, bei der die "Schuldigen" von vornherein feststehen. Vielleicht um dem Ganzen eine andere Richtung zu geben und ein wenig für Stimmung zu sorgen. Beides ist mir gelungen!

Wie gesagt, wurde uns Anwesenden bereits als Auftakt dargelegt, was der Referent mit dem Label "Vorsicht Fake-News!" versieht, so daß wir alle gleich wissen, wem wir im Weltnetz nicht trauen dürfen, denn um dieses ging es ja in erster Linie. Da seien an erster Stelle genannt: Weltnetz-Seiten, die auf russischen Servern liegen, gefolgt von Donald Trump (der seine Wahl nur mittels Lügen gewonnen habe),  generell alle anonymen Artikel und eigentlich alles, was nicht von "Der Spiegel" stammt. Wobei diese Publikation von allen Teilnehmern allgemein als die Quelle des einzig Wahren und Guten angesehen wurde, wie ich im Laufe der Gespräche feststellen mußte. Außerdem solle man bedenken, daß es Staaten gäbe, die gleich ganze Nachrichtensender gründen, um ihre Lügen zu verbreiten. (GEZ?) Selbstverständlich versah der Referent alle seine Äußerungen mit einem kleinen Fragezeichen, damit man ihm nichts vorwerfen konnte, wobei seine Gestik dieses Fragezeichen jedoch gleichzeitig eindeutig negierte. Außerdem hörte ich von ihm den unmißverständlichen Satz "Fake-News kommen auf linker Seite nicht vor, sondern ausschließlich von Rechts, weil diese durch das Verbreiten von Lügen die Bevölkerung aufheizen wollen" (kein wörtliches Zitat). Irgendwie finde ich diese Zusammenfassung von Russland, rechts, und Trump immer sehr plump in ihrer Vorhersehbarkeit und sehr bezeichnend für die stark eingeschränkte Wahrnehmung der Antideutschen. Aber nachdem aus dem Publikum noch die Wortmeldung kam, es würde von „rechts“ auch mittels Lügen gegen die Einzelfälle im Land vorgegangen, um ein falsches Bild zu erzeugen, war mir klar, wer hier mit vorgefertigten Ansichten saß, und nicht einmal merkte, daß er seine eigene Aussage durch das Wort "Einzelfälle" ad absurdum führte.


Nachdem wir dann gefragt wurden, wo wir selbst Fake-News erkennen würden, ich die Tagesschau nannte (Tumult!) und den Teilnehmern erklärte, warum ich das so sehe, paßte der Referent (ganz Profi) seine weiteren Äußerungen unverzüglich an und war fortan erstaunlich sachlich, so daß es von einer Propaganda- zu einer Informationsveranstaltung wurde, was ich als kleinen Erfolg meinerseits werte.
Und so konnten wir, nachdem der Frontverlauf für alle deutlich geworden war, doch unter anderem gewinnbringend über die "Facebook-Filterblase", das korrekte Erstellen von Artikeln, Wortwahl, Quellenangaben, Social-Bots, und Recherche diskutieren, um anschließend ans Werk zu gehen, um eine eigene „Fake-News“ zu erstellen. Das kann jeder auf der Seite www.paulnewsman.com selber ausprobieren, und ist eine ganz spaßige Sache, von deren Ergebnis man sich durchaus täuschen lassen kann. Die anschließende allgemeine Analyse der von den Anwesenden geschriebenen Texte war sehr lehrreich, und es war sogar möglich, sich meinem "Artikel" sachlich zu widmen, nachdem sich die Stimmung wieder beruhigt hatte. Wobei es dann aber selbstredend nur um das Formale, und nicht um Inhalte ging.
Das Fazit für mich ist, daß sich der Besuch gelohnt hat, weil ich zum einen etwas lernen konnte für die Arbeit hier und zum anderen, und das ist viel wichtiger, weil ich den Ablauf des Nachmittags beeinflussen konnte, auch wenn ich dafür einige verbale Angriffe in Kauf nehmen mußte. Von daher kann ich nur jeden ermutigen: Mischt euch ein, macht euch sichtbar, nur so kann man Einfluß nehmen auf die permanente Meinungsmache, die allerorts betrieben wird.
Daß dies keine „Fake-News“ sind, läßt sich daran erkennen, daß mein Name drunter steht, der verbürgt, daß ich dort gewesen bin.

Autor: Aarne Bittner
NPD-KV Hamburg-Harburg
Vorsitzender

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