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27.05.2018

Überall Nazis!

Neues aus der "Vielfalt" Harburgs:

Am Freitag, den 25. Mai 2018, besuchte ich in der Zentralbücherhalle die Lesung des als 12-jährigen aus seiner Heimat Sri Lanka geflüchteten (korrekt müßte es vermutlich heißen, von seinen Eltern fortgeschickten) Autors Umeswaran Arunagirinathan, der dort sein zweites Buch "Der fremde Deutsche" vorstellte.
Das tragende Thema dieser im Rahmen der "Diversity Woche" stattfindenden Veranstaltung mit "Umes", wie man den Autor nennen darf, war "Vielfalt". Daß es sich dabei jedoch ausschließlich um die vermeintliche Vielfalt von Zugewanderten handelt, war Konsens des ganzen Abends, und so wurde ich Zeuge eines fröhlichen gemeinschaftlichen „Deutschen-Bashings“.
Umes, der sich als Deutscher, und entschieden als Hamburger bezeichnet, ist in Mümmelmannsberg zur Schule gegangen und steht heute tatsächlich kurz vor dem Abschluß seiner Ausbildung zum Herzchirurg (um dann, wie kann es anders sein, in der Klinik Harburg arbeiten zu wollen), was selbstverständlich eine Leistung ist, die man anerkennen muß. Aber andererseits haben wir hier somit jemanden, der sich eine gehobene gesellschaftliche Stellung erarbeitet hat (und die richtige Unterstützung fand), und der nun meint, von dort aus eine Meinung abgeben zu können über alle anderen, die dann gefälligst als richtig, und als Maßstab zu gelten hat. Daß dabei die Welt des Umes (Kultur, Arzt, Talkshows) einer Seifenblasen-Märchenwelt gleicht, die mit der Realität auf der Straße nichts zu tun hat, das hat mir der Verlauf des Abends überaus deutlich gezeigt.

Doch was hat Umes uns nun konkret mitzuteilen in seinem Buch? Viel Ah!, Oh! und zustimmendes Kopfnicken der anwesenden Eppendorfer Damen erreichte er durch die Schilderung seiner neunmonatigen  Reise nach Deutschland (traumatisiert!), daß er während seiner Schulzeit von einer afghanischen Familie "adoptiert" wurde (Vielfalt!), dem immer wieder eingestreuten Hamburger Lokalkolorit (um zu zeigen, daß er Hanseat ist), daß er tatsächlich als Tellerwäscher gearbeitet hat (Erfolgsgeschichte!) und der schlichten Tatsache, daß aus ihm ein kultivierter Mensch geworden ist. Zugegebenermaßen hört sich das alles bisher fast positiv und herzergreifend an, und das Publikum befand sich längst auf Wolke 7 vor lauter Sympathie. Und so ist es Zeit, jetzt einige der von Umes vorgelesenen Begebenheiten aus seinem Leben zu nennen, um zu zeigen, was er uns Deutschen zu sagen hat.
Es gab wohl tatsächlich einmal einen Patienten in der Klinik, in der Umes arbeitet, der wollte sich nicht von ihm behandeln lassen. Kurzerhand, und anscheinend ohne nach dem Grund zu fragen, wurde dieser daraufhin mit Inbrunst von Umes als Rassist, ja gar als Nazi, entlarvt, welcher sich jedoch nicht beirren ließ, den Patienten selbstlos weiterbehandelte, so daß dieser bei der Entlassung zugeben mußte "Umes, Du bist ein toller Kerl". Was im Saal ein allgemeines Aufseufzen hervorrief, in Anbetracht der Erleichterung, daß das verirrte Schaf zur Herde zurückgekehrt ist.
In einer weiteren Begebenheit schildert der Autor, daß man in einem Fitnesscenter von ihm erwartet, den Jahresbeitrag im voraus zu bezahlen, da man ihn für einen Asylanten hielt, denn, wir ahnen es schon, dort saß ein Rassist am Empfang und die sind bekanntlich zu dumm, einen Personalausweis als solchen zu erkennen (Konkret war die Unterstellung, man hätte von Hautfarbe auf Zahlungsunfähigkeit geschlossen). Diverse Schilderungen der gleichen Art, in denen der Autor auf Ablehnung in seinem Leben gestoßen ist (kein Eintritt in die Disco, Karrierehindernisse) folgten, und gipfelten in der Aussage, man müsse den zurückgeblieben Deutschen noch Zeit geben, bis sie begreifen, daß Menschen wie er auch Deutsche sind, und irgendwann würden wir das schon kapieren, dafür würden die derzeitigen Zustände schon sorgen. Auch dies herabsetzende Pauschalurteil fand große Zustimmung unter den Anwesenden.

Die vom Autor während der Veranstaltung großzügig und am meisten verwendeten Ausdrücke waren Rassist und Nazi, denn für ihn ist ganz einfach jeder ein Rassist, der eine andere Ansicht hat als er in seiner Phantasiewelt. Die Deutungshoheit liegt selbstverständlich bei ihm und allen anderen Zugereisten, und wir bemitleidenswerten Bio-Deutschen brauchen nicht nur Zeit, sondern viel Umerziehung in Form von "Demokratie leben!", oder im Zweifelsfall einfach die Nazikeule. Daß irgendjemand eine abweichende Meinung zu seiner einnehmen, und das diese sogar fundiert sein könnte, wird nicht mal in Erwägung gezogen in seinem Weltbild. Die Vorurteile (im Sinne von vorgefertigter Meinung) und die Arroganz, mit denen nicht nur der Autor, sondern alle beteiligten dieser Veranstaltung auftraten, ist erschreckend, und ich kann nicht anders, als dies meinerseits als Rassismus zu bezeichnen.
Der Tiefpunkt der Veranstaltung wurde durch die in ihrer Tätigkeit komplett überflüssigen sogenannte Moderatorin gesetzt mit ihrer Feststellung: Mit einem deutschen Paß kann man problemlos in 156 Länder reisen, mit einem afghanischen nur in 23, das sei doch so ungerecht, daß man einfach allen Afghanen einen deutschen Paß geben solle. Denn die Jugendlichen wollen doch reisen, das müsse man doch verstehen. So viel Vereinfachung und Naivität rufen bei mir nicht nur schlichtes Entsetzen hervor, es erscheint mir auch unmöglich, jemanden in einer derartigen Irrealität noch erreichen zu wollen.
Von allen Anwesenden, aber zuvorderst natürlich vom Autor selbst, wurde die ganze Zeit über ganz selbstverständlich "deutsch sein" mit "einen deutschen Paß besitzen" gleichgesetzt und führte im Falle des Autors sogar zu der Aussage "Ich habe die Wurzeln einer deutschen Eiche". Auch hier wird wieder pauschalisiert und die eigene Meinung als einzig richtig festgesetzt, wobei beide Äußerungen nicht nur unlogisch und unverschämt sind, sondern ersteres auch nicht vom Grundgesetz gedeckt wird (siehe Artikel 116!).

Den Abschluss fand die Veranstaltung damit, daß sich die Zuhörer zu Wort melden durften, welche die Gelegenheit ergriffen, ihrerseits endlich bei jedem Zusammentreffen mit Bio-Deutschen Rassismus entlarven zu können. Ungewollt wies dabei ein chinesischer Gast in die richtige Richtung, als er sagte, es sei unverschämt, daß man von Flüchtlingen erwarte, daß sie sich den Deutschen unterwerfen sollen. Auch wenn er es so nicht meinte, hat er durch die Verwendung des Begriffes "Unterwerfung" auf Michel Houellebecq verwiesen und somit auf die jetzige (und besonders kommende) Realität in Deutschland und Europa. Eine Realität, die niemand von diesen abgehobenen in einer Parallelwelt und im „Diversity-Wahn„ lebenden dieser Veranstaltung wahrnehmen will oder kann. Und das Ironische an der Situation war, man hätte nur aus dem Fenster zu schauen brauchen, denn dort, quasi auf der anderen Straßenseite, liegt der Hauptbahnhof (5 Minuten Fußweg), den man als den am stärksten "bereicherten" Ort Hamburgs bezeichnen kann, doch den werden die erwähnten Eppendorfer Damen garantiert nicht betreten auf ihrem Nachhauseweg, und wenn, dann werden sie ihre Gucci-Handtaschen bestimmt gut festhalten.

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