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11.07.2018

Die Macht der Worte

Lange Zeit wurden sie pauschal und schlicht als "Asylanten" bezeichnet, die Personen, die in unser Land kommen, aufgrund realer Gefahr für ihr Leben oder auch nur, um an den Segnungen eines Lebens, wie wir es uns in Deutschland aufgebaut haben, teilhaben zu wollen. In den letzten zwei Jahren hat diese Bezeichnung jedoch einige Wandlungen durchgemacht, um dem jeweiligen Zeitgeist und den Anliegen der Politiker zu entsprechen. Zuerst wurden aus diesen Personen "Flüchtlinge" (gleichgültig aus welchem Grund sie hier ankamen), dann "Fliehende" (so, als ob das ein nicht enden wollender Zustand sei und sie wohlmöglich auch vor uns fliehen könnten, wenn wir nicht besonders zuvorkommend zu ihnen sind). Um die Dramatik zu steigern und um uns Einheimischen gleich eine Handlungsanweisung mitzuliefern, nannte man sie als nächstes "Schutzsuchende" (damit wurde das komplette Hilfsprogramm mit nur einem Wort von uns eingefordert, denn alles andere ist unterlassene Hilfeleistung). Die vorerst letzte Stufe dieser Wandlung wird gerade umgesetzt, und man ist dabei, die Bezeichnung "Newcomers" zu etablieren.

Was bedeutet es nun, in Zukunft den Begriff "Newcomers" zu verwenden, als Sammelbezeichnung für alle Personen aus anderen Ländern, Kulturkreisen, und Religionen, die aus den unterschiedlichsten Gründen und auf den unterschiedlichsten Wegen nach Deutschland kommen und ein Recht einfordern, hier bleiben zu können (und mehr)?
Als erstes wird dem Ganzen das Spektakuläre genommen. Die einheimische Bevölkerung soll nicht mehr dadurch in Aufregung versetzt werden, daß angebliche Kriegsflüchtlinge eintreffen, die einer besonderen Betreuung durch uns bedürfen (in der Zwischenzeit ist die Versorgungsindustrie derart perfektioniert, die brauchen keine zusätzlichen Helfer aus der Bevölkerung mehr). Das Ziel der Globalisierer ist es ja, einen kontinuierlichen Zufluß an Einwanderung nach Deutschland zu etablieren, und das gelingt selbstverständlich am besten, wenn es geräuschlos und reibungsfrei geschieht.
Als zweites sagt uns "Newcomers", also Neu-Ankömmlinge, das es auch Alt-Ankömmlinge geben muß (das sind dann wohl wir). Und es ist damit nicht nur eine konsequente Fortführung des Ausspruchs einer deutschen Politikerin "die, die schon länger hier leben", sondern übersetzt bedeutet es, daß auch die Alt-Ankömmlinge oder ihre Vorfahren irgendwann einmal eingewandert sind. Und somit wird nur durch die Verwendung dieses einen Wortes Jahrtausende deutscher Volks- und Familiengeschichte, gewachsene Kultur und Lebensart negiert, denn danach  sind wir ja alle Migranten und haben nicht nur einen gleichwertigen Anspruch auf dieses Land, sondern auch darauf, zu bestimmen, welche Regeln und Verhaltensweisen hier gelten sollen. Und wie wir alle aus dem, was tagtäglich in Deutschland passiert, wissen, wird daraus nicht nur angenommene Gleichheit abgeleitet, sondern selbstverständlich Bevorzugung derer "die noch nicht so lange hier sind".

Initiiert wurde diese weitere Stufe im Erreichen einer "One World"-Gleichmacherei in unserem Land, von Caritas und "Exil" in Osnabrück, mittels eines Dokumentarfilmprojektes, welchem ein Online-Archiv folgen soll. Verfügbar sind bisher 400 Stunden Material aus Interviews, die der syrische Regisseur Ma'an Mouslli mit sich in Deutschland aufhaltenden sogenannten "Flüchtlingen" geführt hat. Mit einem sechzig minütigen Zusammenschnitt dieses Filmmaterials bereist er zurzeit die einschlägigen Einrichtungen sowie natürlich die Schulen. Und daß mit der Mission, Deutschland verändern zu wollen, wie er im Anschluß an die Vorführung mehrfach deutlich betonte. Ich besuchte diese Propagandaveranstaltung (gesponsert und veranstaltet von der Asylindustrie rund um das Neubaugebiet Vogelkamp) in Hamburg-Neugraben, und das erste, was mir ins Auge stach, war, daß der Raum gefüllt war mit grauhaarigen gutsituierten Gutmenschen im Rentenalter unter Ausschluss der sonst üblichen Vorzeigeflüchtlinge oder anderer "Newcomers" (außer dem Regisseur selbstverständlich).


Der Film selbst sei an dieser Stelle nur kurz erwähnt und läßt sich in drei Abschnitte einteilen. In den Interviews (man sieht jeweils nur das Gesicht im Großformat) erzählen die Personen (fast nur auf Arabisch) im ersten Teil von schönen Erinnerungen an ihre Heimat (die Katze, die erste Liebe), im zweiten Teil beginnen die Tränen zu fließen (Gefängnis, Folter, Vergewaltigung), und im letzten Teil wird dann auf Deutschland geschimpft (Rassismus, man bekommt nicht sofort alles, was man will).

Daß die in dieser rein deutschen Veranstaltung Anwesenden, die allesamt "engagierte Bürger" und offensichtlich bereits im Flüchtlingshelfer-Bereich Tätige sind, nicht mehr überzeugt werden brauchten, zeigte sich beim anschließenden Dialog mit dem Regisseur. Es war geradezu erschreckend zu erleben, wie bereitwillig sich alle in den Staub warfen, wie unterwürfig sie in ihren Äußerungen waren und wie gierig die neue Bezeichnung "Newcomers" angenommen wurde. Eine Teilnehmerin konnte vor tränenerstickter Stimme kaum noch sagen, wie dankbar sie für die Anwesenheit von Ma'an Mouslli sei, und dafür, daß durch dieses neue Wort endlich deutlich würde, das alle Personen, die sich in Deutschland aufhalten, in allem gleich seien. Das würde jetzt endlich so schön menschlich zum Ausdruck kommen wie es im täglichen Leben auch schon sei. Der Moderator vom DRK glühte richtiggehend vor Freud, daß sein Arbeitsplatz als Leiter der örtlichen 600 Mann starken Asylantenunterkunft auf Jahre gesichert zu sein scheint.

Da kann ich mir nur verwundert die Augen reiben, denn dort vorne stand ein Syrer, der, obwohl seit vielen Jahren in unserem Land, kein Deutsch spricht, aber gleich mehrfach deutlich macht, daß er mit seiner Arbeit Deutschland verändern will, denn er würde ja jetzt für (!) Deutschland arbeiten. Anscheinend kam keiner der Anwesenden auf die Idee sich (oder ihn) zu fragen, warum er denn nicht sein eigenes Land verändern will, welches (meines Erachtens nach) das Naheliegenste wäre. Auch fragte ihn niemand, in welche Richtung er Deutschland verändern will (wir wissen ja in welche), und wie er davon ausgehen kann, daß die Einheimischen überhaupt verändert werden wollen.
Einem Volk, daß sich so sehr auf den Knien befindet vor den "Newcomers", wie mir die Teilnehmer es hier vorgeführt haben, dem braucht man keine Rechtfertigung mehr zu geben oder es um Erlaubnis fragen. Bei dieser Veranstaltung waren es etwa dreißig Deutsche, die sich gesammelt in die Unterwürfigkeit begaben, doch bei einem ganzen Volk, das es ihnen offensichtlich gleichtut, da braucht man die Machtfrage gar nicht mehr zu stellen, man nimmt sich das Land einfach.

Aber all das interessierte die Gutmenschen schon gar nicht mehr, denn das professionelle Catering fuhr im Anschluss diverse Platten mit Häppchen auf (auf Kosten der Steuerzahler). Und auf die stürzten sich die ergrauten Herrschaften mit genau so viel Gier, wie zuvor auf die neue Bezeichnung "Newcomers".

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