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09.07.2018

Märchen aus 1001 Nacht

Vor einiger Zeit wurde im Weltnetz sehr aufgeregt der Umstand diskutiert, daß junge Türken die Ansicht vertreten, ihre Großväter hätten nach dem Krieg (!) Deutschland wiederaufgebaut, und somit seien wir Deutschen ihnen zu Dank verpflichtet. Jedesmal wenn ich eine derartige Aussage als Screenshot zu Gesicht bekam, fragte ich mich, ob die Jungs das wirklich ernst meinen, ob sie von Geschichte keine Ahnung haben oder nur einfach nicht rechnen können.
 Etwas sehr Ähnliches betreibt der türkische Filmemacher Cagdas Yüksel mit seinem Projekt "Ohne Gastarbeiter kein Baklava", indem er versucht, nach klassischer Orwell-Manier, die Wahrnehmung der Gegenwart nach seinen Vorstellungen zu gestalten, indem er plump die Vergangenheit umdeutet und mit genügend Selbstbewußtsein behauptet, so sei es gewesen. Doch genau wie im oben genannten Fall, reicht auch hier türkisches Selbstbewußtsein nicht aus, um die Märchenstunde aus 1001 Nacht in Wahrheit umzuwandeln.

Doch worum geht es genau? Cagdas Yüksel will in seinem Film Geschichten der Gastarbeiter der ersten Generation erzählen und konservieren, und das mit dem fast schon dreisten Anspruch, sie seien "ein entscheidender (!) Teil der deutschen (!) Geschichte" (Zitat), der erhalten bleiben muß (Stichwort Zeitzeugen). Allein schon dort scheint die selbe Absicht durch, wie schon bei den angeblichen "türkischen Trümmerfrauen", nicht nur sollen wir ihnen dankbar sein für das, was sie angeblich für Deutschland getan haben; die nachfolgende Generation meldet damit auch aufgrund der angenommenen Leistungen ihrer Großväter ihren stetig zunehmenden Anspruch auf unser Land an. Für diese Schlußfolgerung gibt es jedoch überhaupt keine Grundlage, denn die Einstellung der Türken zu Deutschland tritt auch in den gezeigten Filmausschnitten und dem Vor-Ort-Interview deutlich zu Tage, so schönfärberisch diese auch gestaltet sein mögen. Wenn man fast sein ganzes Leben in einem anderen Land verbringt und immer noch nicht dessen Sprache beherrscht, ist das, in meinen Augen, ein deutlicher Ausdruck von Ablehnung. Wenn man sich vor laufender Kamera über die Einheimischen lustig macht, ebenso. In ein fremdes Land zu gehen und dann permanent zu jammern, es sei dort nicht wie in der Heimat gewesen, die Familie sei (erstmal) weit weg, es gäbe keine Moschee um die Ecke und das Leben bestehe aus Arbeit und Wohnheim, ist eine, gelinde gesagt, seltsame Einstellung, aber eine die unter den Türken durch die Generationen weitergegeben wurde, wie man leider immer wieder erleben muß und wie auch dieses Filmprojekt erneut beweist. Gleichzeitig äußern sich die interviewten Herren aber froh darüber, ihre Familien in das deutsche Bildungs- und Sozialsystem nachgeholt zu haben. Eigentlich erstaunlich bei einem Land, das einem nicht gefällt.

Ein entlarvender Moment dieser Präsentation war, als einer der Interviewpartner sagte, er wollte sein Leben lang zurück in die Heimat, doch jetzt nicht mehr, denn (in meinen Worten) die Heimat ist nach Mönchengladbach gekommen, sprich türkisch geworden. Und das ist es, was die türkischen Gastarbeiter getan haben, sie sind nicht Teil von Deutschland geworden, sondern haben ihr Umfeld immer mehr nach ihren Vorstellungen verändert, bis sie sich die Parallelgesellschaft geschaffen hatten, in der die türkische Gemeinschaft bis heute geschlossen lebt. Integration? Fehlanzeige!

Das, was der Regisseur hier betreibt, das Mythologisieren der Einwanderergeneration, reiht sich ein in das seit Jahrzehnten betriebene Auftreten der in Deutschland lebenden Türken, sich als etwas Besonderes hinzustellen, um daraus weitere Forderungen und Machtansprüche geltend machen zu können. Wie viele von ihnen auch öffentlich äußern (unter anderem ihr Präsident), ist Deutschland in ihren Augen eine türkische Provinz. Somit sind Veranstaltungen wie diese, zudem unter dem Deckmantel von "Integration", ein blanker Hohn, und  sie dienen lediglich dazu, weiteren Platz im öffentlichen Raum zu gewinnen; das dann aber selbstverständlich mit reichlich deutschen (!) Fördergeldern ausgestattet. Nicht unerwähnt bleiben soll, daß außer der obligatorischen "Kampf gegen Rechts"-Vertreterin und mir, kaum weiße Gesichter im Raum waren, es somit eine Veranstaltung war, gedacht zur Stärkung der eigenen Community (von wegen Integration!), und das vielleicht auch der Grund war, warum der Regisseur nicht mit mir sprechen wollte. Ich gehöre nicht zu seiner Zielgruppe, denn was wir Deutschen denken, ist mittlerweile unerheblich, es geht nur darum, bei den Migranten ein noch größeres Selbstbewußtsein zu schaffen, so daß diese sich daraufhin ganz selbstverständlich das nehmen, von dem sie (!) meinen, daß es ihnen zustände, und damit ist dann unser Land gemeint.
Schlußfolgernd muß ich sagen, dieses war erneut keine Veranstaltung für irgendwas gesellschaftlich Positives, das ist lediglich ein Vorwand, sondern eine, die sich gegen das Bestehen und den Erhalt von Deutschland richtet und gegen die Menschen die dafür eintreten.

"Ohne Gastarbeiter kein Baklava"
Präsentation eines Dokumentarfilmprojektes
03.07.2018
Haus der Jugend Wilhelmsburg

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