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31.07.2018

Der Schande zweiter Akt

War die beschämende Kranzniederlegung nur der Auftakt, so offenbarte die anschließende Feierstunde in der Hamburger Hauptkirche St. Michaelis endgültig die wahre Gesinnung der Würdenträger unserer Stadt; und zwar eine, die man unzweifelhaft auf die gesamte Politik unseres ganzen Landes übertragen kann.

Immerhin besaß man in St. Michaelis so viel Anstand, das Kirchengebäude für die Zeit der Veranstaltung zu schließen und nur angemeldeten Gästen Zutritt zu gewähren, so daß wir dieses Mal von den unbeteiligten Touristen verschont blieben; und da die Medienmeute auf der Empore Aufstellung genommen hatte, trat fast so etwas wie eine andächtige Atmosphäre ein. Das Kirchenschiff war einigermaßen gut gefüllt mit ausnahmslos älteren Herrschaften, einige trugen Kippa (irgendwie unangemessen für ein christliches Gotteshaus), die wenigen Politiker stachen heraus in ihren blauen Einheitsanzügen, und auch die Gruppe der sogenannten Zeitzeugen war deutlich auszumachen, da sie durch besondere Gespanntheit auffielen. Dem Aussehen nach zu urteilen, dürfte keiner von ihnen zum Zeitpunkt der Angriffe älter als fünf Jahre alt gewesen sein, und ich frage mich, was sie da wohl bezeugen können.
Die erste Rede an diesem Nachmittag hielt Bischöfin Fehrs, und ich traute meinen Ohren nicht, bei dem was sie mit säuselnder Stimme vortrug. In ihrer kurzen Ansprache brachte sie mit keinem (!) Wort die bei den Angriffen der "Operation Gomorrha" ermordeten Hamburger Bürger zur Sprache, sondern vom ersten Satz an widmete sie sich ausgiebig dem Wohlergehen der KZ-Häftlinge, die nach dem Bombardement für die Trümmerbeseitigung und Leichenbergung eingesetzt wurden. Von den NS zu diesen erniedrigenden Tätigkeiten gezwungen, seien sie für ihr Leben traumatisiert gewesen (das Wort kennt man doch irgendwie) und hätten dadurch großes Leid erfahren, das nicht wieder gut zu machen sei. Bezugnehmend auf die von den Briten verwendete Bezeichnung "Gomorrha", erdreistete sich Frau Bischöfin dann, diese Wortwahl als äußerst hellsichtig zu bezeichnen. Denn wie in der Bibel Feuer auf das verderbliche Gomorrha niederregnete, so trug die Royal Air Force durch ihr Flächenbombardement (u. a. mit Phosphorbomben) maßgeblich dazu bei, das von den NS im Deutschen Reich geschaffene Gomorrha zu vernichten. Um dann kurzerhand zu folgern, der NS sei schuld an den Angriffen der Alliierten. Es fehlte nicht viel und sie hätte sich bedankt für das Ausmaß an Vernichtung, das die RAF über unsere Stadt gebracht hat.
Auch Bürgermeister Tschentscher, der nachfolgend seine Ansichten mit uns teilte, schlug in dieselbe Kerbe, indem er das von Frau Bischöfin gesagte dahingehend präzisierte, daß er behauptete, durch die berühmte "Wollt ihr den totalen Krieg"-Rede hätten die NS das Bombardement unserer Hansestadt quasi herbeigeredet. Sie haben den "totalen Krieg" gewollt, also haben sie ihn bekommen, so die überschaubare Logik des Bürgermeisters. Immerhin sei die deutsche Bevölkerung freiwillig in die "totale Diktatur" gegangen, und es sei schlimm genug (für die KZ-Häftlinge und jüdischen Mitbürger!), daß von Nationalsozialisten nach dem Krieg noch welche am Leben geblieben waren. (Da hat wohl nach Ansicht des Herrn Tschentscher die RAF keine ganze Arbeit geleistet, könnte man meinen.)

Nach einem künstlerischen Zwischenspiel, bei dem erst die "Coventry-Litanei" vorgetragen wurde und anschließend ein Schriftsteller eine Zeitzeugen-Lesung zum Besten gab, durfte abschließend noch der katholische Erzbischof Heße an das Rednerpult treten. Die Stichworte, an denen sich Herr Bischof abarbeitete waren Schuld, Gedenken und Vergebung. Auch er meinte, Schuld an der Ermordung von 34 000 Hamburgern seien die Deutschen selbst, denn wären sie nicht dem NS gefolgt, hätten sie dadurch den Feuersturm nicht ausgelöst. Gedenken sollte man somit nicht etwa der Opfer des Bombenterrors, sondern stets daran denken, daß man auf "dem richtigen Weg" bleibt. Bezugnehmend auf die zuvor gehörte "Coventry-Litanei" kam der Erzbischof dann zu seinem wichtigsten Punkt, der Vergebung. Denn nicht nur hatten wir Deutsche bereits zwei Jahre vor den Angriffen auf Hamburg die Coventry-Kathedrale in England zerstört (also sind wir wieder selbst schuld, siehe oben), vom dortigen Bischof könnten wir auch Vergebung lernen, denn dieser hätte sie uns erteilt. (Wobei ich mich frage, wer ihn wohl um diese gebeten haben mag?)
Für die, die mit katholischen Ritualen nicht vertraut sind: Als ich das letzte Mal von einem katholischen Geistlichen Vergebung erlangt habe, habe ich vor ihm auf dem Fußboden (!) gekniet und mich (im übertragenen Sinne) selbst gegeißelt für meine (vermeintlichen) Sünden. Und DAS ist der Ort, wo sich nicht nur alle drei Redner dieses Nachmittags befanden (und zwar einerseits vor den Opfern des NS, aber irrer Weise ganz besonders vor den Tätern der Alliierten), sondern wo sie auch uns und unser ganzes Volk sehen wollen, denn Vergebung kann nur das Gegenüber erteilen, und das dauerhaft schuldige deutsche Volk kann nichts anderes tun, als immer für seine Schuld einstehen bzw. genauer gesagt, kniend um Vergebung bitten. Ganz besonders fordert der Erzbischof von uns, die Briten um Vergebung zu bitten, denn das letzte Wort soll seiner Ansicht nach sein, nicht Opfergedenken, sondern "Coventry". Und damit schloß die Veranstaltung.

Autor: Aarne Bittner
NPD-KV Hamburg-Harburg
Vorsitzender

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