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01.08.2018

Der Schande dritter Akt

Einen Jahrestag wie diesen, 75 Jahre nach "Operation Gomorrha", hätte man wahrlich mit einer würdigen, den 34 000 Hamburger Todesopfer angemessenen Zeremonie begehen können und müssen. Man hätte eine deutliche und aufrüttelnde Rede einer bedeutenden Hamburger Persönlichkeit erwartet, in der der einem Kriegsverbrechen gleichkommende Bombenterror der Royal Air Force benannt wird, und in der auch Bezug genommen wird, auf die immer gleichen Kriegstreiber unserer Tage. Doch anstatt die wirklich Schuldigen, die Täter von damals und heute, zu benennen, mußte ich an diesem Tag miterleben, wie sich die Würdenträger unserer Stadt in den Staub warfen vor den allseits bekannten Opfergruppen, und sogar vor den britischen Mördern.

Nach der Kranzniederlegung, die nicht mehr zu sein schien als ein billiger Fototermin für den Ersten Bürgermeister, und die in erster Linie aus Chaos und Lärm bestand, und einer Gedenkveranstaltung, bei der alle Redner mit dem Finger auf das ewig schuldige deutsche Volk zeigten, ohne ein Wort über die bei den Bombenangriffen ermordeten Hamburger Bürger zu verlieren, besuchte ich abschließend noch die zu diesem Gedenkprogramm gehörende Sonderausstellung in der Krypta der St. Nikolai Kirche.
"Vor uns lagen nur Trümmer" ist sie betitelt und besteht aus nicht mehr, als den unsäglichen Aufstellwänden bedruckt mit Fotos, Dokumenten, und reichlich Text.
Schon die zuvor gehörte Ansprache von Bischöfin Fehrs hatte sich fast ausschließlich mit den nach den Angriffen zu Bergungsarbeiten eingesetzten KZ-Häftlingen befaßt. Was, wie sich nun herausstellte, nur konsequent war, denn die Ausstellung kannte auch kein anderes Thema. Bebildert mit Fotos der zerstören Stadt, der Aufräumarbeiten, aber in erster Linie mit Portraits beteiligter Häftlinge (und von KZ-Außenstellen), werden anhand mannigfaltiger Zitate deren Eindrücke wiedergegeben. Bei diesen ist der durchgehende Tenor, der Anblick der Leichenfunde (ausgiebig geschildert), die unwürdige Unterbringung (z. B. in einem leeren Schwimmbad), die Behandlung durch die Machthaber und daß sich die Hamburger "zu fein" waren, diese Arbeiten zu verrichten (mehrfach genannt).

Daß die Durchführung derartiger Arbeiten niemandem zu wünschen ist und mit Sicherheit eine extreme Belastung darstellt, dürfte unwidersprochen sein, doch was z. B. an der Unterbringung in einem Schwimmbad zu beanstanden ist, erschließt sich mir nicht.
Um nur an diesem Beispiel das Vorgehen der Ausstellung zu verdeutlichen, möchte ich kurz darauf eingehen. Das besagte Schwimmbad war anscheinend eines der letzten intakten Gebäude in dem Gebiet, welches hätte man sonst für die Unterbringung nutzen sollen? Daß die Häftlinge die Nacht im leeren Bassin verbringen mussten, während die Soldaten am Beckenrand blieben, scheint mir nur ein logisches Vorgehen in Zuge der Bewachung zu sein und nichts was eine zusätzliche Dramatik verursacht.
Aus Nichtigkeiten (bitte nicht falsch verstehen) eines Kriegsalltags, aus der Situation der katastrophalen Zustände in Hamburg nach den Angriffen, werden ausschließlich die Befindlichkeiten und Schilderungen der eingesetzten Häftlinge herausgegriffen, um nicht nur wie gewohnt die deutsche Führung und das Militär als Dämonen darzustellen, sondern in diesem Fall die gesamte Hamburger Bevölkerung. Denn liest man die Aussagen der Häftlinge, entsteht der Eindruck, nur sie hätten Leid erfahren in diesen Tagen, während die Hamburger ihnen gegenüber unbeteiligt, wenn nicht gar überheblich waren.
Für die Besucher dieser Ausstellung, besonders die vielen ausländischen, wird erneut das Bild menschenverachtender Zustände im damaligen Deutschland heraufbeschworen und das einer teilnahmslosen Bevölkerung, die geflissentlich wegschaute. Bewußt außer Acht gelassen wird dabei, daß das in dieser Ausstellung thematisierte Vorgehen eines Einsatzes von Häftlingen eine übliche Vorgehensweise ist. Ich möchte diesbezüglich nur hinweisen auf den Einsatz junger Wehrmachtsangehöriger zur Mienenräumung an der dänischen Küste, bei der es sehr viele Opfer zu beklagen gab. Ein Thema, zu dem ich auf den hervorragenden Film "Unter dem Sand" verweisen möchte. Und somit war dies kein besonders perfider Einfall des NS, um KZ-Häftlinge zu quälen, sondern wurde ebenso nach dem Krieg ganz selbstverständlich von den Alliierten praktiziert.
Aber Absicht dieser Ausstellung ist ja auch nicht etwa eine objektive und ausgewogene Darstellung der Realität, sondern Absicht ist, die Zementierung des Bildes vom "schlechten Deutschen" mittels manipulativer Zuhilfenahme der Opferguppen. Und in Anbetracht dessen, daß dieses an einem Ort geschieht, der von hunderten ausländischen Touristen besucht wird, wird diese Bild in die ganze Welt getragen werden.

Autor: Aarne Bittner
NPD-KV Hamburg-Harburg
Vorsitzender

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